Copyright © by
Papageienatrium
Letztes Update:
Juni 2007

Top-99 Site

Im November 2004 war ich mehrmals im Loroparque auf Teneriffa.
Der Park und auch die ein paar Kilometer südlicher gelegenerere Zuchtstation, waren ein Erlebnis für mich. Gut gefallen hat mir dabei beispielsweise, dass sie gattungsweise gezeigt werden und der Besucher so einen guten Überblick über die einzelnen Gattungen bekommt. Auch dass in den einzelnen Volieren Naturäste und bewegliche Seile als Einrichtung sind, fand ich sehr gut.
Ein besonderer Dank gilt Herrn
Matthias Reinschmidt, der sich viel Zeit genommen hat und mir die Zuchtstation in La Vera  gezeigt hat. Sie liegt in einer früheren Bananenplantage und hat ca. eine Größe von 17.000 qm. Hier habe ich einige der dort gehaltenen Papageien angeschaut, wobei die Menge den Zeitrahmen gesprengt hätte und ich mich so auf einige Arten beschränkt habe. Natürlich waren Forpus , Poicephalus und auch die kleine  Arabella (Spixara) Pflicht. Auch meine vielen Fragen wurden von Herrn Reinschmidt beantwortet, wie z.B. zur Futternapfwaschanlage, wie auch zu den verschiedenen Nistkästen oder der Fütterung verschiedener Arten. Von Herrn Reinschmidt war besonders die Liebe zu den Palmkakadus zu bemerken, die mehrere Exemplare gemeinsam in einer riesigen Voliere gehalten wurden, um sich als Paare zu finden. Auch die steigende Spannung nach dem zweiten Gelege der Spixaras war zu spüren, die eine Woche später zum Schlupf kommen sollten.
In der Zuchtstation wie auch im Park fand ich gut gelöst, dass zwischen den einzelnen Volieren Sträucher, Büsche und Obstbäume gepflanzt sind, die sie gegeneinander auf natürliche Weise abgrenzen. Da Teneriffa die Insel des ewigen Frühlings genannt wird, ist auch klar, dass sie durch ihr Klima eine gute Ausgangsposition bietet, um Papageien zu halten und auch zu züchten.
Einen weiteren Dank möchte ich bei Frau Birgit Veenker aussprechen, die mir den Kontakt zu Herrn Reinschmidt ermöglicht hat.
Neben den Papageien hat mich auch besonders die Delphinshow beeindruckt, auch als die Tiere einmal nicht so wollten wie die Trainer, wurde dies akzeptiert und kein Zwang ausgeübt, die Tiere waren mit Freude dabei, wie auch die Seelöwen und die Papageien.
Neben dem Loroparque war ich natürlich auch noch unterwegs, beeindruckt von den vielen Blüten und Pflanzen auf der Insel Teneriffa und La Gomera.
Vulkanisches Gestein, Meer, Schluchten, Palmen, Blumen, Kakteen, Echsen, ....... die Insel ist eine Reise wert.
Und nun zu den Eindrücken, die ich bei meinen Besuchen im Loropark hatte.

Die Gattung der Langflügelpapageien waren der Größe nach hinter dem Orchideenhaus aufgereiht.
Bei diesen wie auch bei allen anderen Volieren, fällt einem die Sauberkeit auf.
Die Vögel werden 2 mal am Tag gefüttert, morgens hauptsächlich mit Obst und nachmittags dann mit Obst und Körnerfutter.

Langflügelpapageien:

Als Bodenbelag ist sehr feiner Kies/Sand aus Lavagestein, dass sehr gut die Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dieses wird täglich gerecht und ist gut sauber zu halten. Bei verschiedenen Arten konnte ich beobachten, wie die Papageien sich immer wieder gerne im Bodenbereich aufgehalten haben.
Das erste Bild zeigt einen Kappapagei auf dem Boden.
Als nächste Art kamen 2 Kongopapageien, die leider nicht von einer Unterart sind. Bei Nachfragen, erklärte mir Herr Reinschmidt, dass diese Beiden nicht verpaart sind und sie auf der Suche nach Unterartenreinen Gegengeschlechten sind.

Neben den Kongos schließen sich die Rüppellspapageien an.
Sie haben sich erst als sehr scheu gezeigt, wobei sie mit der Zeit dann doch nicht mehr ganz so fotoscheu waren.
Wie in jeder Voliere sind auch hier die Seile zu bemerken, auf die Herr Reinschmidt sehr viel Wert legte, wegen der Vielseitigkeit der Fussbelastung.

In allen Volieren sind Naturäste zu finden, die vom Umland aus den Wäldern gebracht werden.
Sie werden regelmässig gewechselt und viel von den Papageien benagt.
Auch die Zapfen dienen den Papageien zur Beschäftigung.
Aus diesen Ästen steht allen auch eine bewegliche Sitzmöglichkeit zur Verfügung, sei es Schaukel oder auch ein verkehrt herum aufgehängter Ast.

Alle haben einen oder zwei Nistkästen zur Verfügung die sie mehr oder weniger beachten.
Dann kommen die Mohrenkopf-papageien.
Dem Badebe-dürfnis wird mit einer Besprenklungs-anlage nachgekommen.

Zur Einrichtung der Volieren gehört auch ein Futterboard und ein Mineralstein.
Anders sieht es ein wenig bei den Loris aus, die haben feste Seitenwände und gegossene Steinrückwände, die leicht zu reinigen sind.

In der Zuchtstation ist die Einrichtung ähnlich. Bei den Loris und einigen anderen Arten sind es Hängekäfige und die Volieren sind in 2 Bereiche eingeteilt die mit unterschiedlichen Netzen überspannt sind.
Der eine mit einem blauen Netz, das mehr Licht und Sonne durchlässt
(hier sind weisse
Kakadus, Loris, Forpus, Poicephalus,... untergebracht) und der andere mit einem schwarzen Netz für die Arten, die im Urwald leben und nicht soviel Licht in ihrem natürlichen Umfeld haben.
( z.B. Aras, Palmkakadus, Amazonen, .....)
In den Volieren sind entweder Paare oder Paare mit Jungtieren untergebracht, die durch Pflanzen einen natrülichen Sichtschutz haben.

Weiter geht es bei den Langflügeln zu den Rotbauchpapageien.
Diese Art fasziniert mich immer wieder.
Die Farben sind einfach wunderschön.

Dann kommen die Goldbugpapageien, hier konnte ich wunderschön eine Balz beobachten.

Als letztes der Langflügelpapageien kann man dann die Braunkopfpapagien anschauen.
Hier konnte ich leider immer nur ein Tier ausmachen.
Dieses war oft am dösen.

Sperlingspapageien:

Als nächste Art möchte ich einige Bilder der Sperlingspapageien ( Forpus) zeigen.
Als erstes die Augenringsperlingspapageien.

Als nächste Art die Gelbmaskensperlingspapageien.
Insgesamt waren diese Vögel alle mit recht viel Grünzeugs umgeben, was die Volieren eher dunkel machte.
Vor jeder Voliere ist ebenfalls eine kl. Bepflanzung, die die Vögel etwas von den Besuchern schützen soll.

Weitere Arten der Sperlinge sind zu sehen, oben der Blauflügelsperlingspapagei,
unten links der Grünbürzel und rechts der Blaugenicksperlingspapagei.

Als Beispiel für die Artbeschreibungen an den Volieren soll hier das Schild der Grünbürzelsperlingspapageien stehen.
Alle Schilder sind gleich aufgebaut und vermitteln ohne viel Sprache Informationen zu den einzelnen Arten. Hier mal die Übersicht
 Artenname in Lateinisch, und in Spanisch, Deutsch, Englisch und Französisch.
 Abbildung mit Hinweisen zu geschlechtspezifischen Unterschieden falls vorhanden.
 die Größe in cm
 Flugbild, welches für mich nicht immer so klar war.
 Verbreitungsgebiet
 Höhenlage des natürlichen Vorkommens.
 Bild über die Nistgelegenheiten der Art.
 Nahrungsbestandteile
 Habitat mit Pflanzenvorkommen.
 Brutzeit bis Flüggewerden des Jungvogels.
( bei gefährdeten Arten der Status des Vorkommens)

Ich fand diese Art der Darstellung sehr gelungen, weil sie ohne viele Worte Informationen weitergibt, die jeder verstehen kann.

Agaporniden:

Als nächste Gattung möchte ich die Unzertrennlichen zeigen. Besonders gefreut hat mich, dass nicht nur die “gängigen” sondern auch z.B. die Grau- oder Orangeköpfchen gezeigt werden. Grünköpfchen wurden schon versucht zu halten, leider gelang dieser Versuch nicht.

a.canus/ Grauköpfchen

Pfirsichköpfchen

a.pullaria/Orangeköpfchen

Die Tarantas waren leider wegen Licht und Gitter nicht gut zu fotografieren, daher kein Bild dieser Art.

Schwarzköpfchen

Aras:

Das Rußköpfchen soll als letzter Vertreter dieser Art die Agas beenden und zu den größten der Papageien weitergehen, den

In großzügigen Volieren werden viele der großen und kleinen Aras gehalten, die nur durch wenige Vertreter gezeigt werden.

Hyazinthara

Einige der Aras waren auch im

Rotohrara

Papageienkindergarten:

zu finden.
Dort werden die Papageien nach der Handaufzucht zur Entwöhnung artenübergreifend und zur Sozialisation gehalten.
Der Kindergarten befindet sich gleich bei der Babystation, die ich aber nicht sehr intensiv beachtet habe, da sich dort sehr viel Menschen an den Scheiben drängten und ich die “Begaffung” bei der Fütterung durch Besucher nicht so gut fand.
Die Jungtiere werden dort in dunklen “Eimern” gehalten, was dem Nest sehr nahe kommt.
Schade ist nur, dass durch die Menge an Tieren wohl immer ein Zeitdruck herrscht, der auch durch die Besucher noch verstärkt wird.
Für Viele ist es sicher toll, so etwas einmal live mitzuerleben, Inkubatoren, Aufzuchtfutterherstellung, Fütterung durch die Spritze,...........

Der Kindergarten dagegen hat mir viel besser gefallen.
Er zeigt wie die kl. Papageien miteinander spielen, sich als Sozialpartner benötigen und so dann erst zum richtigen Papageien werden.
Es ist also nicht so die Menschenprägung in den Vordergrund gestellt worden.
Man hätte sich sicher an der Voliere noch manches besser vorstellen können, wie z.B. die Größe, aber insgesamt fand ich dies einen guten Ansatz.
Man könnte auch hier wieder endlos Bilder zeigen, aber das soll genügen.
Wenden wir uns den Kakadus zu, die bis auf eine Art alle im Park gezeigt werden.

Kakadus:

Brillenkakadu

Weissohr-rabenkakadu

Die Volieren der Kakadus waren etwas klein, sollen aber, wenn das Klinikum fertig ist, erweitert werden. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl, dass sie sich recht wohl fühlten.

Helmkakadu, männlich

Molukkenkakadu

Nasenkakadu

Goffinikakadu

Orangehaubenkakadu

Und mit dem Liebling des Kurators, dem stolzen Palmkakadu, sollen nun auch die Bilder der Kakadus genügen. Gleich bei den Kakadus ist die Futterküche des Parks:

Futter:

Täglich bekommen die Papageien ein reiches Obstangebot.
Für den Besucher wird gezeigt, wie vielseitig die Ernährung der Vögel ist, was ich immer wieder sehr gut aufbereitet fand.
Das Futter wird in Näpfen gereicht, die alle in der Zuchtstation gereinigt werden.

Bei allen Papageien werden die gleichen Futternäpfe verwendet, teilweise mit Spangen an der Wand befestigt oder in Gitterkonstruktionen verankert.
Ich selber verwende teilweise diese Näpfe ebenfalls, bevorzuge aber andere, die durch unterschiedliche Größen mehr Möglichkeiten bieten.
Als Futtermittellieferant ist die Firma Verselle Laga zu nennen, deren Futter ich ebenfalls mit gutem Erfolg verwende, wie auch das Aufzucht- und Handaufzuchtfutter dieser genannten Firma.
Es werden mittlerweile sogar schon Loroparkmischungen angeboten, diese sind durch Trockenobst aufgewertet, welches ich der normalen Züchtermischung selbst beifüge.

Weitere Papageien,Loris und Sittiche:

Blaukrönchen

Blaustirnamazone

Borstenkopf-papagei

Kaiser-amazone

Edward´s Feigenpapagei

Kea

Rostkappenpapagei

Kubaamazone

Müllers-edelpapagei

Jendayasittich

Grünzügelpapagei

Kurzschwanzpapagei

Goldsittiche

Braunlori

Taubenhalsamazone (?)

Blasskopfrosella

Rotachselpapageien erst das Männchen und dann mit braunem Kopf das Weibchen

Rotbauchsittiche

 Maximilianpapagei:

und noch 2 Loriarten:

Shows:

Delfinshow:
Hier hat mir gut gefallen, dass der Wille der Tiere beachtet wurde, man konnte die Freude der Tiere an der “Arbeit” bemerken.
Wenn sie nicht wollten, mussten bestimmte Elemente nicht erfüllt werden.
Die Länge der Show fand ich auch ok für Mensch wie für Tier.

Seelöwenshow:
War in allen Vorführungen die ich besucht habe, sehr unterschiedlich, denn es arbeiteten immer unterschiedliche Tiere mit.
Die Seelöwen waren die Puplikumslieblinge von Anfang bis Ende der Show.

Papageienshow:
War für mich sehr laut, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass die Tiere gestresst waren.
Sehr schön fand ich den Abschluss der Show, da flogen Kakadus, Aras zusammen mit einem Sonnensittichschwarm ihre Runden über dem Puplikum.

Insgesamt waren die Shows nicht so mein Ding, wobei sie in solch einem Park zu den Puplikumsmagneten zählen und natürlich auch von mir mehrmals besucht wurden.

Bronzefiguren:

Im Park sind mehrere dieser Figuren verteilt, die mir alle sehr gut gefallen haben.

Aquarium & Planet Pinguin:

Für mich ein weiterer Höhepunkt des Parks war das Aquarium mit seinem langen Haifischtunnel. Es ist einfach immer wieder faszinierend, welche Farbenvielfalt die Welt unter Wasser zu bieten hat. Die Begegnungen im Haifischtunnel waren bei schummrigem Licht fast schon schwindelerregend.

Weitere Tiere:

Im Planet Pinguin waren bei kühlen Temperaturen Pinguine und Papageientaucher zu beobachten, toll was mit der modernen Technik alles gemacht werden kann.

Diese stehen für die Raubkatzen, Echsen und Schildkröten, den vielen Kois, Kranichen und Flamingos,.......... man könnte stundenlang weitermachen.

Für Interessierte steht ein Porzellanpapageienmuseum im Thaidorf am Eingang des Parkes bereit.

Vielen von uns “Papageienverückten” ist die Autorin Rosemary Low ein Begriff. Sie war früher Kuratorin im Park und war zu einer Tagung dort. Trotz Sprachbarrieren konnten wir doch einige Worte wechseln und bei einer Bankpause ein kleines “Gespräch” führen.
Schön, wenn sich die Fachwelt immer wieder an solchen Orten einfindet und Wissen austauscht im Sinne der Tiere, gut auch, wenn es dort Tagungsräume gibt, die solchen Austausch erst ermöglichen.

Mit diesen teneriffianischen Strelitzien möchte ich diese Parkgalerie beenden.
Da die Insel und die Pflanzenwelt mich ebenfalls tief beeindruckt hat, auf der zweite Seite können hier ein kl. Teil der Bilder angeschaut werden.

Als Letztes möchte ich jedem die Loroparkfundation ans Herz legen, sie hat sich 7 Ziele gegeben, die ich voll unterstützenswert finde und ich hoffe, hier in Deutschland wie auch weltweit, dass diese Fundation noch viele Mitglieder findet, die diese Ziele mittragen.
Als kl. Bonbon haben Mitglieder freien Eintritt in den Loropark mit all seinen Angeboten.

    Hier ein Auszug aus der Hp der Fundation mit den 7 Zielen:

    Das Überleben gefährdeter Papageien und ihrer natürlichen Lebensräume zu garantieren.

    Über die Notwendigkeit der Erhaltung der Papageien und der allgemeinen Artenvielfalt aufzuklären, und zur institutionellen Zusammenarbeit und zu Fortbildungsprogrammen beizutragen.

    Gemeindeorientierte Schutz- und Erziehungsprogramme, die Papageien als Wahrzeichen für den Schutz besonders gefährdeter Ökosysteme einsetzen, sowie nachhaltige Entwicklungsprogramme zu unterstützen.

    Die verantwortungsbewusste Haltung und Zucht sowie das Wohlbefinden von Papageien in Menschenobhut zu fördern, um ein Sicherheitsnetz für jene Arten zu schaffen, die in der Natur vom Aussterben bedroht sind.

    Angewandte Forschungsprogramme zu unterstützen und durchzuführen zum besseren Verständnis der Biologie von Papageien in jeder Hinsicht.

    Den Nutzungsdruck, der aufgrund des internationalen Tierhandels auf freilebenden Papageienbeständen lastet, durch eine Versorgung des Marktes mit Nachzuchten aus Menschenobhut zu verringern.

    Die aus Menschenobhut stammenden Nachzuchten in vertretbarem Masse zur Gewinnung nachhaltiger finanzieller Mittel einzusetzen, die zur Finanzierung von Feld- und Wiederausbürgerungsprogrammen verwendet werden.

Impressum

Update

Findex

Poicephalus

Forpus